In Deutschland existieren zwei Arten der Krankenversicherung, die gesetzliche (GKV), die sich aus einem gesetzlich festgelegten, prozentualen Beitrag vom Bruttoeinkommen der Versicherten finanziert, sowie die private Krankenversicherung. Dieses System existiert in anderen Staaten auf teilweise ähnliche, teilweise auch völlig verschiedene Weise, es hat sich historisch entwickelt. Das Wesen der privaten Krankenversicherung besteht im freiwilligen Vertragsabschluss zwischen dem Versicherungsnehmer und einem privaten Versicherungsunternehmen, wobei die Beiträge im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung relativ frei und sehr flexibel gestaltet werden können. Das Unternehmen übernimmt je nach vereinbarter Leistung die Kosten für Behandlungen, Medikamente, Vorbeugemaßnahmen und Diagnosen. In Deutschland besteht seit dem Jahr 2009 Versicherungspflicht für alle im Inland gemeldeten Personen (§ 193 VVG), dieser Pflicht kann auch über eine private Krankenversicherung nachgekommen werden.

Arten der privaten Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung kann in verschiedener Form abgeschlossen werden, wobei nach dem Umfang der Leistungen unterschieden wird. In der Krankenvollversicherung werden sämtliche Krankheitskosten abgesichert, zumindest die stationären und ambulanten Behandlungen. Einzelheiten werden in jedem einzelnen Versicherungsvertrag geregelt, der auch bei dieser Form eine Selbstbeteiligung vorsehen kann. Hier spricht man von einer substitutiven Krankenversicherung. Bei einer Teilversicherung wird nur ein definierter Anteil der Kosten übernommen, diese Form wählen Beamte als Ergänzung zur staatlich gewährten Beihilfe. Die PKV übernimmt die Absicherung von zusätzlichen Risiken, sie wird meist von gesetzlich Versicherten gewählt, denen der Schutz durch die GKV nicht genügt. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen sich Privatversicherte über eine Zusatzversicherung schützen, zum Beispiel beim Wechsel einer privaten Krankenversicherung und dem anschließenden Übergang in den Basistarif bei der neuen Versicherung. Beispiele für Zusatzversicherungen sind Absicherungen für Zahnbehandlungen und Zahnersatz, alternative Heilbehandlungen, Physio- und Psychotherapie, Krankentagegeld, Krankenhaustagegeld, Sehhilfen sowie der Auslandskrankenschutz. Zusatzversicherungen spielen eine wachsende Rolle bei den privaten Krankenversicherungen, hier wurden in den letzten Jahren (seit 2010) die meisten Neuverträge abgeschlossen.

In Deutschland verfügten Ende 2011 etwa 8,9 Millionen Menschen über eine private Krankenvollversicherung, das sind 11 Prozent aller Versicherten. Der Markt wächst ständig, gleichzeitig ist seit der Gesundheitsreform des Jahres 2009 sehr viel Bewegung entstanden. Es wechselten seither wesentlich mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung, doch auch der umgekehrte Wechsel hat zugenommen (die Rückkehrer). In der Gesamtbilanz gewinnt jedoch die private Krankenversicherung Mitglieder, während die Zahlen bei der GKV leicht rückläufig sind. Im Jahr 2018 wurden in der PKV rund 8,74 Millionen abgeschlossene Verträge verzeichnet (mehr dazu).

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